Was ist die „Reform der Sachaufklärung“?

Das Gesetz zur Reform der Sachaufklärung hat weitreichende Änderungen im Zwangsvollstreckungsrecht eingeleitet. Die eidesstattliche Versicherung, die als Vollstreckungsmaßnahme an letzter Stelle der Informationsgewinnung stand, wurde abgelöst. An deren Stelle trat am 1. Januar 2013 das zentralisierte Vermögens- und Schuldnerverzeichnis. Beide Verzeichnisse sind im sogenannten Vollstreckungsportal zusammengefasst, haben jedoch unterschiedliche Zugriffsberechtigungen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Vermögensverzeichnis und Schuldnerverzeichnis?

Das Vermögensverzeichnis kann bundesweit von berechtigten Stellen eingesehen werden. Hierzu zählen Vollstreckungsbehörden, Gerichtsvollzieher und andere staatliche Einrichtungen. Diese sind außerdem dazu angehalten, das Verzeichnis mit Vermögensauskünften von zahlungsunwilligen Schuldnern zu füllen.

Auf das Schuldnerverzeichnis haben darüber hinaus natürliche und juristische Personen Zugriff, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können. Auch Gläubiger aus der Privatwirtschaft können somit bundesweit Kenntnis über eventuelle Einträge ihrer Schuldner erlangen. Das Schuldnerverzeichnis wird von Personen- und Wirtschaftsauskunfteien wie der SCHUFA genutzt.

Welche Gründe haben Eintragungen im Vermögensverzeichnis, welche im Schuldnerverzeichnis?

Vermögensverzeichnis

  • Nach Zahlungsaufforderung der Vollstreckungsbehörde wurde Forderung nicht innerhalb von zwei Wochen beglichen
  • Nachbesserung einer unvollständigen Auskunft
  • Gläubigerbefriedigung ausgeschlossen

Schuldnerverzeichnis

  • Gläubigerbefriedigung ausgeschlossen
  • Gläubigerbefriedigung nicht nachgewiesen
  • Nichtabgabe der Vermögensauskunft
  • Laufendes Insolvenzverfahren

Sachaufklärung mit avviso – Ausbaustufen für Ihre bundeslandspezifischen Bedürfnisse in zwei Varianten.

Welche Lizenzkosten und Softwarepflegegebühren kommen bei der Nutzung der Sachaufklärung in avviso auf mich zu?

Keine – Vorausgesetzt Sie sind avviso-Kunde. Die Sachaufklärung mit avviso ist kein separater Baustein, sondern im Umfang der Grundlizenz enthalten. Es kommen keine Lizenzkosten für die Nutzung auf Sie zu und es wird keine zusätzliche Softwarepflege berechnet. Damit Sie die Sachaufklärung nutzen können, fallen lediglich einmalige Einrichtungs- und Einweisungskosten an, die sich nach der gewünschten Ausbaustufe richten. Erfahrungen aus den letzten 100 Sachaufklärungs-Projekten haben folgende Aufwände ergeben:

VARIANTE I – 1 bis 3 Stunden per Fernwartung
VARIANTE II – 1 Dienstleistungstag beim Kunden vor Ort

VARIANTE I – Abfrage des Vollstreckungsportals

Unsere Softwarelösung avviso bietet Ihnen die Möglichkeit, das Vollstreckungsportal abzufragen. Hierbei haben Sie die Wahl, ob das Vermögensverzeichnis, das Schuldnerverzeichnis oder beide Verzeichnisse parallel abgefragt werden sollen. avviso schlägt Ihnen vor, mit welchen vorhandenen Schuldnerdaten die Suche beginnen kann. Starten Sie die Abfrage und erhalten dabei keine positiven Treffer, können Sie die Datenfelder anpassen, um eine höhere Trefferrate zu erzielen. Im Extremfall ist somit eine Suche lediglich mit Vor- und Nachnamen des Schuldners möglich.

Sobald das Portal eine positive Rückmeldung liefert, können anschließend die gefundenen Informationen und die Vermögensauskunft direkt in die Schuldnerakte übernommen werden. Die gewonnenen Auskünfte sind jederzeit über die avviso-Historie erneut aufrufbar.

VARIANTE II – Abnahme der Vermögensauskunft

Neben der Abfrage von Schuldner- und Vermögensverzeichnissen beinhaltet die zweite Variante die Abnahme der Vermögensauskunft mit anschließender Einlieferung über avviso. Hierzu wird die Vermögensauskunft als Vorlage im avviso hinterlegt. Mittels unserem speziellen Maßnahmenkatalog für die Sachaufklärung, stehen Ihnen verschiedene Wiedervorlagen zur Verfügung. Hierzu zählen beispielsweise der Auftrag zur Abnahme der Vermögensauskunft an den Gerichtsvollzieher oder der Termin zur Abnahme der Vermögensauskunft in der Verwaltung.

Die Übermittlung der Vermögensauskunft an das Vollstreckungsportal erfolgt derzeit und bis einschließlich 30. September 2016 mittels der Software EGVP (Elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach). Ab dem 01. Oktober 2016 wird der EGVP-Client eingestellt, so dass wir die Nutzung der 1:1-Alternative Governikus Communicator empfehlen.

Gibt es einen Haken an der kostenfreien Nutzung?

Es gibt keinen Haken. Wir haben uns dazu entschlossen, die Darstellung von neuen Funktionen und Erweiterungsbausteinen im Browser erfolgen zu lassen. Wenn Sie bereits Web-Bausteine nutzen, ist dies für Sie nichts Neues. Sollten Sie noch keine Web-Komponenten einsetzen, haben sie jetzt die Gelegenheit unsere neue Benutzeroberfläche kennenzulernen. Bei der Einrichtung der Sachaufklärung ist die Installation der notwendigen Komponenten inbegriffen.

Sowohl bei der Nutzung der Desktopvariante von avviso als auch bei der Arbeit im Browser erfolgt der Zugriff auf ein und dieselbe Datenbank. Lediglich die verwendete Technologie und die Abbildung der Ergebnisse unterscheiden sich in Ihrer Form. Voraussetzung für die Arbeit mit avviso-Web, unserer optisch moderneren Benutzeroberfläche, ist der Einsatz von Java und des Apache Tomcat Servers.

Weitere Bausteine aus der avviso-Produktfamilie

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Insolvenzbearbeitung

avviso.inso bietet als integrierter Baustein die Möglichkeit, die verstärkt anfallenden Aufgaben der Finanz- und Rechtsabteilungen in der Bearbeitung der Verbraucher- bzw. Regelinsolvenzverwaltung effektiv und rechtskonform zu bearbeiten. Vorhandene Informationen aus dem Zwangsvollstreckungsverfahren können weiter genutzt und verarbeitet werden.

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Zwangsversteigerung,
Zwangsverwaltung, Zwangshypothek

Mit dem integrierten Baustein avviso.zwang stehen dem Anwender umfangreiche Funktionen zur Bearbeitung von Zwangshypotheken, Zwangsversteigerungs- sowie Zwangsverwaltungsaufgaben zur Verfügung. Vorhandene Informationen aus dem Zwangsvollstreckungsverfahren können weiter genutzt und verarbeitet werden.

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